
Als wir ankommen ist alles frisch eingeschneit. Das Wetter ist sehr wechselhaft. Erst regnet es, als wir aufsteigen, der später in Schnee übergeht. Wir hoffen auf ein kleines Wetterfenster, um noch auf die Wysse Frau als Eingehtour gehen zu können. Jetzt reisst es gerade auf und wir haben Hoffnung.

↑ Kurz nach der Ankuft bei der Hütte brechen wir auf Richtung Wysse Frau. Hinten hängen noch Wolken drin. Der Schnee durch den wir Spuren ist so pulvrig, dass wir uns schon auf die Abfahrt freuen. Leider lösen sich die Wolken nicht auf, als wir in die steile Flanke der Wyssen Frau einsteigen. Bald schon stecken wir recht im Nebel und auch der Neuschnee scheint auf der harten Unterlage nicht gut verfestigt zu sein. Wir entscheiden sicher zu gehen und umzukehren. Als wir zurück fahren ist der Schnee schon deutlich schwerer. Den Rest des Tages verbringen wir mit Schnee schmelzen, einheizen, herumsitzen und ausruhen. Erst gegen Abend kommen noch einige andere Gruppen.

↑ Gegen Abend reisst es noch einmal auf an der Wyssen Frau (links der Mitte) und am Blüemlisalphorn (rechts der Mitte, Gipfel in den Wolken).

↑ Wir starten gegen fünf und sind die ersten. Unter uns die zweite Seilschaft und im Hintergrund der Thuner See im Flachland.

↑ Nachdem wir recht problemlos den Bergschrund überwunden haben, kommen die Ski auf den Rucksack und der Bootpack beginnt. Das Spuren ist anstrengend, wir versinken meist bis zu den Knien im Schnee. Bald hat uns die nachfolgende Seilschaft eingeholt, zwei Bergführer aus dem Wallis. Wir lassen sie vor und wechseln uns dann mit Spuren ab.

↑ Kurz vor dem Gipfel wird es noch einmal richtig steil. Grégoire spurt, als wäre es überhaupt nicht anstrengend.
Wir kommen zu viert gleichzeitig am Gipfel an. Dort liegt ganz lockerer Pulverschnee. Die beiden aus dem Wallis fahren zuerst in die Wand. Wir müssen aufpassen, da eine Seilschaft noch im Aufstieg ist, die wir mit Slush eindecken. Der Schnee ist unglaublich gut und die Abfahrt spektakulär. Man muss immer wieder aufpassen, dass man nicht in die Falllinie des Slushes gerät. Einmal fahre ich zu schnell und werde fast vom Slush umgeworfen. Hier fahren die beiden Walliser gerade den oberen Teil der Wand.

↑ Paul cruist unterhalb des Seracs durch die Wand.

↑ Hier sieht man gut die spektakuläre Bewegung des Slushes. Paul fährt nah an mir vorbei durch die Wand. Im Hintergrund die Wysse Frau.

↑ Die Wand in Rückschau mit unseren Spuren.
Die Blüemlisalphütte ↗ ist eine grössere Hütte mit 2024 neu gestalteten Winterraum. Holz, Ofen, Kochuntensilien, Decken, Licht und eine Steckdose sind vorhanden, aber keine Hüttenfinken. Für Wasser muss Schnee geschmolzen werden. Es gibt zwei Schlafräume, einen im zentralen Raum, wo auch der Ofen ist und einen zweiten weiter vorne in der Hütte. Die Hütte kann hier ↗ reserviert werden.
Für den Zustieg kann man mit dem Auto bis Bundläger fahren. Dafür 15,- in Münzen für die Schranke bei der Griesalp mitnehmen. Bei Bundläger kann man parken. Von dort mit Ski den Hohtürlihang hoch bis oben an den Grat. Diesen ein paar Meter nach links/Südosten folgen bis man auf Felsen stösst. Dann zu Fuss über Eisentritte und mit eine Kabel Abstieg zum Hohtürli. Von dort in ein paar Metern zur Hütte.
Von der Blümlisalphütte nach Norden auf den Blüemlisalpgletscher und an der Wildi Frau vorbei. Dann weiter über den Gletscher auf den Sattel zwischen den beiden P. 3203. Nun kurze Abfahrt und dann am linken/östlichen Rands des Gletschers am Gletscherbruch vorbei bis auf etwa 3100 m. Nun direkt auf die Wand zu. Einstieg in die Wand etwas rechts/westlich von einer höhergelegenen Felspartie. An der Basis der Wand über den Bergschrund und die Wand recht direkt hoch. Auf etwa 3280 m nach rechts in die Wandmitte queren. Von dort direkt hoch bis etwa 50 Hm unterhalb des hoch in der Wand gelegenen Seracs und noch einmal nach rechts/Westen queren. Dann direkt hoch zum Gipfelgrat. Dem Grat ein paar Meter zum Gipfelkreuz folgen.
Abfahrt über die Aufstiegsroute mit kurzem Wiederaufstieg zum Sattel zwischen den P. 3203. Dann Abfahrt zur Blüemlisalphütte, weiter zum Hohtürli und kurzer Fussaufstieg zur Spitze des Felsriegels nordwestlich vom Hohtürli (Eisentritte, Kabel). Vom höchsten Punkt ein paar Meter weiter zu Fuss und dann Abfahrt über den Hohtürlihang nach Bundläger.