Alphubel Rotgrat

Alphubel Rotgrat

Aufstieg auf dem Wissgrat am frühen Morgen, mit Matterhorn, Obergabelhorn, Zinalrothorn und Weisshorn im Hintergrund
Schöne und anspruchsvollere Hochtour mit cooler Kletterei und einfachem Abstieg
ROUTENDETAILS
ZS+, E3, 4b, 1500 Hm ↑, 2760 Hm ↓, 6:00 h ↑, 17,5 km ↑↓
MATERIAL
Hochtourenausrüstung, 30m-Seil, 3-4 kleinere und mittlere Friends (0.2-1)
HÜTTE & ZUSTIEG
Die Täschhornhütte ↗ ist ein grössere Hütte mit modernen Anbau und 73 Schlafplätzen. Sie kann hier ↗ reserviert werden.

Zustieg: Von Täsch zur Täschhütte ↗ über die Täschalp (T2, 1620 Hm ↑, 4:00 h, 8 km ↑) oder direkt von der Täschalp (T2, 540 Hm ↑, 1:30 h ↑, 3 km ↑), die mit mit dem Taxi ↗ erreichbar ist.

SCHLÜSSELSTELLEN
  • Als schwierigste Stelle hab ich den Einstieg in die Kletterpassage des Grates auf etwa 3840 m wahrgenommen, da diese Stelle recht plattig ist und wenig Griffe aufweist.
  • Der Schneegrat zwischen 3720 m und dem Einstieg in die Kletterpassage ist ausgesetzt
  • Die Eisnase ist steil (40°), dies ist bei blanken Eis anspruchsvoll
KARTE UND GPX-TRACK

Der GPX-Track kann hier ↗ heruntergeladen werden. (Der Track wurde auf der Tour aufgenommen, leicht korrigert und mit dem Abstieg ergänzt)
LITERATUR UND TOURENBERICHTE
Gipfelbuch ↗, SAC Tourenportal ↗, Holzding ↗, Silbernagel Topoführer Walliser Alpen
TOURENBESCHREIBUNG

Von der Täschhütte auf dem Weg in Richtung Weingartensee durch das Tälli bis zum P. 3139. Hier gelangt man zum Einstieg am Wissgrat. Man folgt nun diesem Grat bis er bei P. 3636 mit dem Rotgrat zusammentrifft.

Vor allem im unteren Teil können die schwierigeren Stellen oft auf der Südseite auf Bändern umgangen werden, es ist jedoch lohnender auf der Gratkante zu bleiben. Die schwierigste Stelle vor dem Zusammentreffen mit dem Rotgrat befindet sich auf ca. 3550 m. Die vorher einfache und brüchige Flanke wird hier von mit Rissen durchzogenen, brüchigen Felsplatten abgelöst. Man kann nun direkt über die Risssysteme hochklettern (III+). Vor allem bei Schnee sind diese Risse sehr heikel. Dann quert man besser kurz vor Beginn der Risse nach rechts bis zur Gratkante. Hier wird durch einen kurzen Kamin hochgestiegen. Daraufhin erreicht man in leichtem, brüchigem Gelände den P. 3636.

Nun folgt man dem Schneegrat bis auf ca. 3900 m. Dabei überklettert man 3 kurze Felsabsätze, von denen der dritte etwas heikel ist (loses Gestein). Nach dem Schnee, auf etwa 3840 m, beginnt nun der schwierigere Teil der Kletterei. Gleich zu Beginn bewegt man sich entlang von Bändern und Rissen leicht ansteigend nach rechts, bis man die Gratkante erreicht (ca. 2 SL bis zur Gratkante). Die erste Seillänge durch die Platten ist teils mit Bohrhaken versichert, aber durch das plattige Gelände und wenig Griffe recht anspruchsvoll (4b-4c), v.a. bei Nässe oder Eis. Von hier aus folgt man dem Grat gerade aufwärts. Hier sind über mehrere Seillängen die Standplätze mit einem Bohrhaken ausgerüstet. Man folgt immer mehr oder weniger der Gratkante, die logische Linie folgt dem kompaktesten Gestein bis man über einen Turm zu den letzen Felsen gelangt. Diese bieten nochmals mehrere Seillängen plattige Kletterei (III, 1 Bohrhaken). Der letzte, senkrechte Turm kann relativ einfach, aber sehr exponiert rechts über ein Band umgangen werden, oder direkt über den höchsten Punkt geklettert wurden (4c-5a). Am Ende des Bandes über einfache Felsen hochklettern zu P. 4163. Nun über den einfachen Schneegrat zum Gipfel.

Vom Gipfel über den SO-Grat (Eisnase) zum Alphubeljoch absteigen. Von dort über den Alphubelgletscher bis auf 3450 m und dann nach rechts/Westen zu den Wegspuren queren, die auf etwa 3330 m beginnen. Nun über den Weg zurück zu Täschhornhütte.

ALTERNATIVEN
  • Abstieg Mischabeljochbiwak: Vom Gipfel kann auch nach Norden zum Mischabeljochbiwak abgestiegen werden und über den verspalteten Weingartengletscher über den Weingartensee zurück zur Hütte.
  • Täschhorn-Dom (S): Nach einem Abstieg zum Mischabeljochbiwak, können auch Täschhorn und Dom ↗ angehängt werden.
  • Abstieg Mittelalalin: Über den Feechopf kann auch zur Bahnstation Mittelalain abgestiegen werden.
FOTOS DER TOUR

→ Die Fotos stammen von einer Tour mit Abstieg zum Mischabeljochbiwak (um danach Täschhorn und Dom anzuhängen)