Bietschhorn Westgrat

Bietschhorn

Wunderschöner Sonnenuntergang am Gipfel des Bietschhorns
Schöne Tour auf diesen sehr ästhetischen hohen 3000er, der fast an die 4000 m Marke heranreicht. Der lange Westgrat ist etwas brüchig, bietet aber auch einzelne schöne Kletterstellen.
ROUTENDETAILS
ZS-, E3, 3b (Einzelstelle), 1550 Hm ↑, 2820 Hm ↓, 5:30 h ↑, 16,4 km ↑↓
MATERIAL
Hochtourenausrüstung, 40m-Seil (wenn man abseilen will – ansonsten reichen auch 20m), 2-3 kleinere und mittlere Friends (0.2-1)
HÜTTE & ZUSTIEG
Die Bietschhornhütte ↗ ist eine sehr kleine, ursprüngliche Hütte mit 22 Schlafplätzen. Eine sehr schöne Möglichkeit ist, dass man der Hütte helfen kann, indem man Material beim Aufstieg von Wiler selbst hinaufträgt ↗ (oder sogar Lebensmittel, wenn man vorher anruft). Eine Reservation ist hier ↗ möglich.

→ Der ursprüngliche Zustieg von Blatten wurde durch den Bergsturz 2025 zerstört. Es gibt aber einen alternativen Zustieg von Wiler ↗ (T5, 03:30 h, 1230 Hm ↑) und auch eine lange Zustiegsvariante von Goppenstein ↗ (T6, 5-6 h, 1860 Hm ↑, 70 Hm ↓).

SCHLÜSSELSTELLEN
  • Die nominelle Schlüsselstelle der Tour befindet sich am roten Turm, dort befindet sich die einzige ernsthaftere Kletterstelle der Tour, wo die Griffe und Tritte etwas kleiner werden (3b, ca. 10m).
  • Am Grat weicht man häufig auf die Südflanke aus, wo der Fels nicht sehr solide ist. Dort auf den brüchigen Fels achtgeben.
  • Der Grat ist erstaulich lang, dies kommt besonders zum Zug wenn er im Auf- und Abstieg begangen wird.
KARTE UND GPX-TRACK

Der GPX-Track kann hier ↗ heruntergeladen werden. (Der Track wurde auf der Tour aufgenommen und mit dem alternativen Zustieg von Kippel korrigiert)
LITERATUR UND TOURENBERICHTE
TOURENBESCHREIBUNG

Von der Bietschhornhütte über den Wanderweg zum Bietschjoch (Markierungen mit Steinmännchen und weisse Strichen). Nun entweder über den Grat oder nach ein paar Metern auf die Ostseite absteigen (hier kann ein Bergschrund sein). dann unterhalb des Schafbergs vorbei und zu P. 3210. Von dort recht direkt zum Westgrat. Bei guten Bedingungen können Steigeisen und Pickel am Fuss des Grates deponiert werden. Ab ca. 3200 m leichte Kraxelei auf den Gratrücken. Dort über den Blockrücken zu P. 3408. Von dort ein Stück direkt auf dem Grat, z.T. nordseitig weiter. Wenn die ersten Aufschwünge/Türmchen kommen auf die Südseite ausweichen und immer knapp unterhalb der festen Felsen entlang (z.T. hat es Haken). Nicht zu tief geraten, immer wieder hoch in die Nähe des Grates. Vor P. 3635 quert man auf einer Sekundärrippe zurück zum Grat (Haken). Die massigen Türme auf der Südseite fast horizontal umgehen (ca. 50 m). Danach wieder ansteigend durch die Südflanke bis zur nächsten Rippe, die zum Grat zurück führt. Von hier weg bei trockenen Verhältnissen leicht unterhalb der Gratkante ansteigen. Liegt noch Schnee, mehr oder weniger dem Grat folgen. Der nun folgende flachere Gratabschnitt wird auf der Gratkante begangen. Sobald der Grat wieder stärker ansteigt, durch die Südflanke hoch steigen bis man nach rechts zu einem grauen Wändchen (Haken) mit einer Schuppe queren kann. Über die Schuppe hochklettern (Bei schneefreien Verhältnissen kann man das graue Wändchen auch weiter nach rechts querend und durch eine offene Verschneidung umgehen.) Danach teils auf dem Grat, teils in der Südseite hoch, bis man auf die Nordseite hinüber wechseln muss. Ein ansteigendes Band führt zu einem aufliegenden Block unterhalb des roten Turmes. Den roten Turm meist direkt auf der rechten Kante in festem Fels erklettern (Haken). Nach diesem geht es horizontal über einen sehr schmalen ausgesetzten Grat (Haken). Über die folgenden kleinen Aufschwünge direkt über die Gratkante (Haken) zum sog. Talspitz (Verbindungspunkt mit dem Nordgrat). Über den Gipfelgrat in wenigen Minuten zum Gipfelkreuz.

Abstieg über die Aufstiegsroute und von der Bietschhornhütte zurück nach Kippel. Am roten Turm kann abgeseilt werden, dies ist aber nicht zwingend nötig, es kann auch abgeklettert werden.

ALTERNATIVEN
  • Vom Gipfel kann bei guten Verhältnssen auch ins Baltschiederjoch und dann in die Baltschiederklause abgestiegen werden
  • Theoretisch kann vom Baltschiederjoch auch nach Raron abgestiegen werden, der Abstieg ist aber so lang, dass er kaum bis nicht gemacht wird
  • Als anspruchsvollere Aufstiegsalternativen bieten sich der Ostsporn und der Nordgrat an
FOTOS DER TOUR

→ Die Fotos stammen von einer Tour mit Übernachtung am Gipfel