
Die Mittelegihütte ist eine sehr besondere Hütte, da sie mitten auf dem Mittelegigrat steht. Nachts kann man von Grindelwald das Licht dort oben sehen. Mit 36 Schlafplätzen ist sie ebenfalls klein und bei gutem Wetter dementsprechend auch schnell ausgebucht. Eine Reservation ist hier ↗ möglich.
Der ursprüngliche Zustieg von Blatten wurde durch den Bergsturz 2025 zerstört. Es gibt aber einen alternativen Zustieg von Wiler ↗ (T5, 03:30 h, 1230 Hm ↑) und auch eine lange Zustiegsvariante von Goppenstein ↗ (T6, 5-6h, 1860↑, 70↓).
ROUTENBESCHREIBUNG
Im unteren Teil hat es deutliche Wegspuren und viele Steinmänner. Es sind auch z.T. rote Markierungen vorhanden und einzelne Bohrhaken mit Maillons Rapide (im oberen Teil) die die Wegfindung erleichtern. Man kann in den „Hick“ abklettern (V / Bh) aber einfacher und schneller geht es mit abseilen (50m Seil reicht). Nach dem „Hick“ kommt die einzig wirklich schwierige Stelle des Grates. Zuerst einen Riss hoch, dann links über Platte zu einem Stand (exponiert – evtl. Finken für den Vorsteiger von Vorteil aber geht auch ohne – A0 möglich). Danach geht es in einem Riss empor und zurück auf den Grat. Diese 2 SL (V) sind mit Bh ausgerüstet. Die 8 Expressen die wir dabei hatten reichten (6 reichen auch.) Der Rest der Route folgt mehr oder minder dem Grat (immer wieder Stellen III).
Von der Hütte über den vorerst flachen Grat an den ersten Aufschwung. Dieser wird an der Kante überklettert (3, BH) Die weiteren Aufschwünge werden alle möglichst an der Kante erklettert (Stellen 3, BH einige kurze Fixseile). Man gelangt so auf einen Grataufschwung, wo in eine Scharte abgeklettert- oder abgeseilt werden kann. Nun über den Grossen Turm den langen Fixseilen entlang. Nach dem Grossen Turm flacht der Grat ab, einige kurze Aufschwünge (2-3) sind zu überwinden. Auf dem Gipfelgrat folgt man der Gratscheide im Firn. Achtung auf Wächten! (in schneearmen Sommer über Felsbänder in der Südseite) bis zum Gipfel (4-5h von der Hütte).
Abstieg Südwestgrat/Eigerjöcher: Vom Gipfel steigt man leicht über den Südwestgrat bis an eine erste Steilstufe ab. Hier klettert man (2-3 BH) oder seilt ab. Danach geht es leichter weiter bis man auf einem ausgeprägten Turm steht. Hier 1x 25m abseilen (1x 60m Halbseile sind alternativ sinnvoll einsetzbar). (Anmerkung Martin Mandler 28.7.2018: Hier seilt man – besser 2 bis 3 Mal je 25 Meter ab.)
Weiter über leichtes Gelände und weiter unten im Schnee in das nördliche Eigerjoch (1.5-2h). Nun wechselt das Gestein von Kalk zu Gneis. Man traversiert ein steiles Firnfeld (heikel, wenns blank ist) auf den Grat. Man folgt dem Grat über einige schöne Aufschwünge (Stellen 3+, Ringhaken). Kurz vor dem höchsten Punkt traversiert man ein zweites Firnfeld (einfacher als das erste), dann steigt man eine Rinne hoch, die man mit einem etwas exponierten Schritt nach rechts verlässt. Dann wird das Gelände einfacher und man erreicht schliesslich das südliche Eigerjoch über Firn (2-2.5h). Nun steigt man den Gletscher Richtung Ewigschneefäld ab, den Pkt 3680 umgeht man gewöhnlich südlich (Spalten) und steigt ins Mönchsjoch hoch. Von da der Spur entlang ins Jungfraujoch. 1-1.5h vom Südlichen Eigerjoch.