
Zustieg: Von Saas-Fee zur Mischabelhütte über den steilen Hüttenweg, der teilweise klettersteigartigen Charakter hat (T4, 1550 Hm ↑, 4:30 h ↑)
- Technische Schlüsselstelle ist die 4a-Stelle im Kamin nach dem Grand Gendarme
- Wenn es Neuschnee in der Tour hat, oder auch früh in der Saison, kann der Grand Gendarm durch ausgesetzte Firnpassagen heikel sein. Am Grat bleibt der Schnee oft länger liegen und mit Schnee ist die Tour deutlich schwieriger.
- Auf dem Grat zum Nadelhorn gibt es nach dem Nadeljoch ein paar Türme, bei denen das Abklettern nicht ganz trivial ist (es hat aber Stangen und es kann so abgeseilt werden)
- Der abschliessende Firngrat zur Lenzspitze kann ausapern und so herausfordernd sein
- Im Abstieg vom Nadelhorn zum Windjoch kommt es manchmal im oberen Teil zu Stellen mit Blankeis, wo schon Unfälle passiert sind
- Beim letzte Teil des Gletschers im Abstieg zur Bordierhütte ist aufgrund von Spalten die Wegfindung etwas komplexer
TOURENBESCHREIBUNG
Von der Mischabelhütte auf Wegspuren an den Fuss des Hohbalmgletschers und dann weiter über P. 3619 den Gratrücken hoch zu P. 3815. Bis hierher besteht der Grat aus grossen, festen Schuppen, die ein zügiges höherkommen erlauben. Nun weiter über den Grat. Schwieriger wird es am Grossen Gendarmen, hier ist der Fels ungünstig (plattig) geschichtet. Nach einer anfänglichen Linksquerung (Borhaken) wieder nach rechts (Bohrhaken) zurückqueren. Schräg links oberhalb kann man eine Eisenstange ausmachen. Vom Grossen Gendarm etwa 15 Meter auf ein brüchiges Band abseilen. Das Band leitet wieder zum hier scharfen, fast horizontalen Grat hoch, der zum sogenannten Frühstücksplatz leitet. Nun 2 Seillängen über schönen, wandartigen, im leichten unteren Teil mit losem Schutt versehenen Fels (3b) Aufschwung zum Grat hoch. Von der Umgehung links/südlich auf den Schuttbändern wird abgeraten. Oberhalb des Aufschwunges über den leichter werdenden Grat, der weiter oben in Firn übergeht (50°) zum Gipfel der Lenzspitze.
Nun über den Verbindungsgrat zur Lenzspitze, teils Gehgelände, teils Kletterei (III) über Gendarmen. Der Grat weist mehrere Stellen auf, die abgeklettert (teils heikel) oder abgeseilt werden müssen.
Von der Lenzspitze über die Normalroute zum Windjoch absteigen. Von dort kurzer Aufstieg zum Ulrichshorn. Nun auf der rechten/östlichen Seite des Riedgletschers absteigen (komplexere Passage im kleinen Gletscherbruch auf etwa 3350 m) und den Gletscher oberhalb/östlich von P. 3211 verlassen. Von dort zu P. 3026 absteigen und von dort über Wegspuren zur Bordierhütte. Dann weiter über den Hüttenweg nach Gasenried.
ALTERNATIVEN
- Abstieg Saas-Fee (WS, T4): Anstatt zur Bordierhütte und nach Gasenried kann vom Windjoch auch zurück nach Saas-Fee abgestiegen werden.
- Abstieg Nadelgrat (ZS): Theoretisch kann bei ausgezeichneter Kondition und Konzentration nach dem Nadelhorn über den Nadelgrat abgestiegen werden.